Vierter Versuch
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Durch Zufall habe ich bei der Sattelsuche für meinen Zwerg einen alten Bekannten wieder getroffen,  ich hatte ihn schon fast 20 Jahre nicht mehr gesehen. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass, er einen Ekzemer bei sich hatte, dem es nicht wirklich gut ging. Ich bot ihm diesbezüglich meine Hilfe an und er nahm sie an. So kam ich das erste Mal nach langer Zeit wieder auf seinen Hof, schaute mir den Ekzemer an und beschloss ihm zu helfen, so gut es aus der Ferne ging. Zeitgleich bahnte sich das Fiasko im alten Offenstall an und als feststand, dass wir dort nicht bleiben wollten und mit meinem Bekannten darüber sprachen, stellte sich heraus, dass er einen leerstehenden Offenstall hatte, den er uns spontan anbot. Wieder folgten die üblichen Gespräche über die Art und Weise, wie wir es gerne handhaben würden und uns wurde völlig freie Hand zugesichert. Das war auch in all den Monaten nie ein Problem. Wir hatten unseren Stall für die beiden und eine Weide dazu. Ich versorgte seinen Ekzemer, dem ging es schon sehr bald deutlich besser und wir halfen uns gegenseitig bei den Verpflichtungen. Knapp zwei Monate nach unserem Einzug dort verstarb der Ekzemer meines Bekannten spontan an Herz- Kreislaufproblemen auf der Koppel, gerade neunjährig. Übrig blieb sein zweites Pferd, ein hübscher Trakehner, der nun allein in seinem Stall und auf der Weide bleiben sollte. In den folgenden Wochen zeigte sich, dass wir grundverschiedene Ansichten über Haltung und Pflege hatten, aber da wir ja die Pferde getrennt voneinander hielten, war das im Grunde kein Problem. Obwohl ... es fiel mir schon manches Mal schwer meinen Mund zu halten ... aber das ist ein anderes trauriges Thema.

Anfang diesen Jahres dann zeichnete sich langsam ab, dass meine Cousine, Mitbesitzerin von Pirelli sich wegen privater Turbulenzen leider aus der Pferdehaltung mit allem drum und dran zurückziehen wollte. Eigentlich wollte ich nie zwei Pferde halten, nicht jetzt, denn meine Kinder sind noch zu jung und beanspruchen viel Zeit, das war immer klar, aber zwingen konnte und wollte ich meine Cousine auch nicht, also was nun ? Nach vielen langen Gesprächen mit meinem Mann war klar, dass, wir versuchen wollten die Pferde beide zu behalten, denn ich konnte unmöglich meinen Kindern das Pony nehmen, noch mich von Pirelli trennen und einen allein in Eigenregie halten wäre auch nicht pferdegerecht, denn eines war sofort klar: Kein Pensionsstall mehr, das kam nicht in Frage.

Das grösste Problem an dieser Idee war die Entfernung zum jetzigen Stall. 20km täglich hin und 20km zurück und das am besten zweimal täglich mit zwei kleinen Kinder, das kann nicht funktionieren, deshalb war eines schnell klar: Der fünfte Anlauf musste folgen, wenn wir die Pferde halten wollten.  Das klingt jetzt alles so einfach und klar, aber während dieser Zeit haben wir an so ziemlich alles gedacht: Einen von beiden abgeben, näher zum Stall ziehen, beide abgeben und aufgeben usw.. Wir wollten uns also in Ruhe umsehen nach einem guten Platz für die beiden in unserer Nähe. Nachdem klar war, dass wir in naher Zukunft gehen werden änderte sich etwas im Umgang miteinander am Stall. Da stand plötzlich der Vorwurf im Raum mein Mann habe die Kupplung des Treckers auf dem Gewissen und müsse die Reparatur bezahlen. Es hagelte Summen, die von 3500 bis 500 Euro reichten. Die sonst immer reibungslos verlaufende Heufütterung am Morgen durch meinen Bekannten fand nun manchmal erst mittags oder gar nicht statt und es dauerte nicht lange und wir wurden immer wieder gefragt wann wir denn endlich gehen wollen * schluck*. Warum die Eile ... ein Gedanke, ein Gespräch und die deutliche Wahrheit: Er hätte den Stall, unseren Stall gerne für die Lämmer, die nun schon seit einiger Zeit in kurzen Abständen zur Welt kamen. Das Wetter war noch zu schlecht, um all die Lämmer draussen auf der Weide zu lassen, er brauchte Platz ... Kann ich ja verstehen, aber was wäre gewesen, wenn wir nicht hätten gehen wollen aufgrund der veränderten Situation ? Mir schossen Gedanken durch den Kopf... wir haben auch hier viel Arbeit investiert, der Stall stand voll mit Gerümpel, wir haben wieder viele Litzen gezogen und die Weide erstmal  zu einer Weide machen müssen, sie war Abstellplatz für alles mögliche und war in keinem guten Zustand ... aber egal, wir gingen ja aus freien Stücken, also halt einfach Pech... Wir fanden dann einen Stall, in den wir umziehen wollten und gaben Bescheid, dass es Ende Februar soweit sein sollte. Meine Cousine konnte aus privaten Gründen zu dieser Zeit schon lange nicht mehr helfen bei der Versorgung der Pferde, sie war und ist noch immer 300km entfernt von alledem was folgen sollte.

Mein Bekannter war sichtlich froh  ,der Trecker noch immer nicht wieder zur Verfügung, weil er nicht dazu kam ihn zu reparieren, der Mist stapelte sich deshalb an allen Ecken und Kanten des Hofes, denn der eigentliche Misthaufen ist ca. 1km entfernt vom Hof., das Heu ging zur Neige, aber es wurde kein neues geholt und kein Wort darüber verloren. Eine Woche vor unserem Weggang  war auch das letzte Heu verbraucht und wir fuhren jeden Tag mit einem Ballen Heu im Kofferraum zum Stall, um die Pferde füttern zu können. Der ersehnte Umzugstag rückte näher, leider konnten wir die meisten Litzen und Zäune nicht entfernen, da die Schafe dort gehalten wurden und als wir darum baten unsere Zäune zu ersetzen durch Schafsdraht, wurde daraus ein unangenehmes Gespräch, das wir schnell verdrängten ... dein Teil der Zäune blieb dort ... bis heute. Dann endlich sollte es bald soweit sein, alles war organisiert, Samstag sollte es soweit sein, gegen 11 Uhr wollten wir den Hof verlassen, Fahrer und Anhänger waren organisiert, der neue Stall war fertig, dann änderte sich das Wetter schlagartig, Wintereinbruch am Niederrhein ... Am Tag bevor wir ziehen wollten erreichte mich ein Anruf unserer Fahrerin, bei dem Wetter konnte mit ihrem Fahrzeug und Hänger kein Transport stattfinden – zu gefährlich ... es schneite weiter, der erste Schnee in diesem Winter und wohl auch der letze, warum ausgerechnet jetzt ? Dann der nächste Anruf, mein Bekannter verkündete der Offenstall sei besetzt von den Schafen, er habe die Pferde ausgesperrt, die müssten die folgende Nacht draußen bleiben – Diskussion zwecklos, die Lämmer sterben sonst, die Pferde nicht – klare Aussage. Es schneite weiter ... ich fing an nachzudenken, wer uns jetzt zum neuen Stall bringen könnte, denn ein Bleiben war einfach nicht möglich, egal ob Schnee oder eine Sintflut, wir mussten nun gehen. Ich telefonierte und telefonierte, konnte niemanden erreichen oder bekam Absagen ... Hängerverleih, Bekannte ... dann fiel mir ein, dass wir Herrn Welsing Junior seinerzeit mal behilflich waren nach einen Trainingszwischenfall seinen führerlosen Traber mitsamt Sulky einzusammeln und danach nach ihm zu suchen.  Wir riefen an und erreichten Herrn Welsing Senior, der sich spontan entschied uns zu helfen, er wollte uns mit seinem LKW fahren: “ Kein Problem der Schnee, das geht schon ....” Vielen lieben Dank an dieser Stelle an Herrn Welsing Senior !!! Puh, geschafft dachten wir, es klappt, wir können umziehen. Etwas Sorge hatten wir dann aber noch wegen der Nacht ohne Stall und der Frage wie unsere beiden den LKW finden würden . Es schneite weiter und weiter, am nächsten Morgen ging alles ganz schnell, wir bekamen einen Anruf von Herrn Welsing, das er jetzt losfahren würde – Hilfe, so spontan das alles, also die Kids in die Schneeanzüge und ab ins Auto. Wir kamen nach dem LKW am Stall an, wollten Herrn Welsing nicht warten lassen, also Pferde holen, Halfter drauf und dann der Gang zum LKW – ein Dank an unsere Fellnasen, die total überrascht und blind vertrauend in diesen LKW geklettert sind. Eh wir uns versahen waren wir mit den Pferden schon am neuen Stall und die Pferde tobten im Schnee ... Welch ein Finale, damit hatte ich nicht gerechnet, es war alles in Ruhe geplant und dann kam alles anders...