Dritter Versuch
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Kennegelernt haben wir uns im Pensionsstall, dort fand die Geschichte also ihren Anfang. Irgendwann war die Idee geboren mit in den Offenstall zu ziehen, den sie bauen wollte. Wir haben viele und lange Gespräche vorher geführt, denn die Haltungsbedingungen für meinen Ekzemer waren für mich sehr klar und ich versuchte also immer wieder alles das zu erklären, um sicherzustellen, dass es am Ende nicht genauso enden würde, wie ich es bereits erlebt hatte. Es schien alles klar und unsere Pferde passten auch sehr gut zusammen. Jeder besitzt ein Großpferd und ein Shetty/Welsh-Mix. So schlugen wir alle Warnungen von Freunden und auch vom Pensionsstallbesitzer in den Wind und freuten uns schon sehr auf den Einzug, denn Anfang März, spätestens Anfang April sollte es soweit sein.

Irgendwann Mitte März wurde ich dann doch ein wenig ungeduldig und unsicher, denn der Saisonstart meines Ekzemers rückte näher, somit auch der Zeitpunkt, an dem ich ihn hätte trennen müssen von den anderen, denn “normaler” Weidegang  mit einer Herde Großpferde ist Gift für ihn.

Am 14. März hieß es noch immer: Macht Euch keine Sorgen, Anfang April ist alles fertig. Da aber zu diesem Zeitpunkt erst mit dem Bau begonnen wurde, entschieden wir uns mitzuhelfen. Die folgenden Bilder dokumentieren den Verlauf. Am 29 März sind dann die Pferde eingezogen und wir alle waren müde und erschöpft, aber glücklich.

14.März

25.März

21.März

23.März

28.März

22.März

24.März

29.März

In den folgenden Wochen verlief erst alles sehr gut, Arbeitsteilung und gemeinsames Miteinander waren für alle keine Frage. Bei der Weidehaltung gab es dann schon im Verlauf dieser ersten Wochen häufig die Frage wann Nicky denn nun endlich “aufs Gras” kann und warum das noch immer zu viel für ihn sei, was da draußen wächst. Ich erklärte und erklärte, dabei hatte ich das bereits im Winter getan. Dann fiel schonmal ein Satz wie: Das ist dann aber nicht wirklich mehr ein Offenstall, wenn die Kleinen drin sind und die Großen auf der Weide, denn der Zugang ist nicht Tag und Nacht offen...

Der erste Ärger bahnte sich dann mit Einführung der Portionsweide an. Ich erklärte und erklärte wieder, wie schon im Winter, wie schon im Frühjahr und fragte mich langsam doch, ob mir überhaupt je einer zugehört hat :-( Nach vielen komplizierten Diskussionen wurde dann zugestimmt die Weide zu portionieren, damit die Pferde den Tag über zusammen draußen bleiben können, denn sonst hätte ich bei komplett geöffneter Weide Nicky nach 1-2 Stunden wieder reinholen und wegsperren müssen. Das genau war es doch, warum ich überhaupt in diesen Offenstall gekommen bin mit ihm und ihn eben nicht in jeden x-beliebigen Stall stellen kann und will. Warum ich all das jetzt schon wieder erklären mußte verstand ich schon langsam nicht mehr.

Auch nach dem Einzug gab es immer noch viel zu tun, unsere Motivation war noch immer groß. So engagierten wir uns und es ging voran, immer in kleinen Schritten, aber es bewegte sich etwas. Mit dem selbstgebauten Tor, das wir der Stallbesitzerin zum Geburtstag schenkten endeten vorerst die Baumaßnahmen. Zwischendurch hatten wir in einer Ecke auch eine Hufbadewanne gebaut, den Zaun mehrfach kontrolliert, weil mein Zwerg immer mal wieder eine Lücke fand und nachts allein ausging ;-) Es stellte sich alledings heraus, daß das Stromgerät das eigentliche Problem war, leider wurde es erstmal nicht ausgetauscht. Auf dem Paddock verlegten wir Gummimatten, damit man trockenen Fußes zu allen wichtigen Orten gehen konnte und immer wieder hieß es :” Ich bin glücklich und zufrieden und alles ist so toll geworden. ”

Bis zu einem Tag, an dem ich es wagte auf die Notiztafel zu schreiben, dass die SB bitte erstmal den Zaun nicht weiterstecken soll auf der Portionsweide, weil die Pferde vieles nicht gefressen, sondern niedergetrampelt und zugeäppelt hatten. An diesem Tag hatte ich auch den Zaun in der Weide gesetzt, der das nachwachsende Gras vor den Pferden schützen sollte. War alles abgeklärt im Grunde...

Nun platzte der Knoten und Sprüche wie: “Ich bin die Pächterin, ich entscheide hier” machten den Anfang, gefolgt von Unterstellungen was wir angeblich alles gesagt oder getan und gedacht haben sollten in den vergangenen Wochen. Jeder von uns führte Gespräche mit der SB, jedesmal hieß es dann anders, mal war x das Problem, mal Y Schuld, mal hieß es es sei doch alles OK und sie würde sich doch gar nicht ärgern, es wär wirklich alles OK. Das ging ca. 1 Woche so, dann hat sie aber definitiv gesagt, dass es im nächsten Jahr keine Portionsweide mehr geben wird. Meine Frage nach dem WARUM wurde mir beantwortet mit: Weil ich das nicht mehr will, weil das großer Mist ist und nicht funktioniert und Nicky könne ja immer dann auf die Weiden, wenn sie weit genug runtergefressen sind, die übrige Zeit müsse er dann halt auf dem graslosen Auslauf bleiben. Ich müsse doch zugeben, daß ich schon glücklich sein könne darüber, daß er überhaupt raus könne und wenn er das Gras nicht verträgt, dann kann er eben nicht mit raus. Na super, ich erklärte wieder lang und breit und die Beschimpfungen nahmen zu. Möchte ich jetzt hier nicht wiedergeben, aber ich war entsetzt und auch sehr wütend, was uns da alles unterstellt wurde...

Wir besprachen uns und es stand für mich nach diesem letzten Gespräch mit der Stallbesitzerin fest, dass ich mit Nicky dort nicht bleiben wollte, denn genau das was sie jetzt für das nächste Jahr “plante” war das, was ich für Nicky nicht gesucht habe und sicher auch nicht akzeptieren würde. Da wir aber alle zutiefst enttäuscht waren von ihren Aussagen und Beschuldigungen waren wir uns einig für beide Pferde ein neues Zuhause zu suchen.

Warum das alles so kam ? Da kann ich nur raten, möchte hier auch nicht zu tief darauf eingehen, aber ich gehe davon aus, dass es ein Problem der Menschen im allgemeinen ist sich nicht VORHER zu überlegen, was es bedeutet “Ja” zu sagen. Ein “Ekzemer ist kein Pferd, das man 24 Stunden auf eine Weide stellen kann und alles ist OK, es bedeutet mehr Aufwand, mehr Einsatz. Abgesehen von dieser späten Erkenntnis seitens der SB war es vielleicht einfach praktisch Hilfe beim Stallbau und in den ersten Wochen zu haben, abgesehen davon, dass man immer jemanden hat, den man fragen kann, wenn man selbst mal keine Zeit hat für die Pferde.

Als dann klar war, dass wir gehen werden, haben wir auch sofort Bescheid gegeben. Erstaunlich war, dass der Lebensgefährte der SB nicht verstand was eigentlich los ist, denn sie selbst hatte ihm doch gesagt es sei alles wieder OK und geklärt. Lag wohl daran, dass seine Ohren nicht hören mussten, was uns an diesem entscheidenden Abend alles so unterstellt und um die Ohren gehauen wurde. Es spricht für sich, dass sie alles weitere von ihm hat regeln lassen, denn der Mohr hat seine Schuldigkeit getan und kann gehen. Warum er geht muss ja nicht erklärt werden ...

Mein persönliches Fazit: Helfen darfst Du, Ideen einbringen und umsetzen, Freude bereiten und viel Mithilfe wird auch nicht abgelehnt, komme nur nie auf den Gedanken eigene Interessen einzufordern, auch wenn sie tausendfach vorher abgesprochen waren, denn der andere hört nur, was für ihn wichtig ist, nie das, was Du von ihm willst.