Zink und das Sommerekzem
Zink
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Ein weiteres eng verbundenes Thema bei Mangelerscheinungen ist natürlich das Blutbild. Referenzwerte, die Blutabnahme und alles was sonst noch interessant ist findet sich hier

Zinkmangel beim Ekzemer
Da sich auch bei Nicky ein massiver Zinkmangel im Blutbefund zeigte, machte ich mir so meine Gedanken dazu. Da dies beim Ekzemer häufiger zu finden ist und Zink in engem Zusammenhang zur Haut, zum Fell und zum Stoffwechsel zu sehen ist stellte sich mir folgende für mich entscheidende Frage:

Scheuert das Pferd, weil es Zinkmangel hat oder hat es Zinkmangel, weil es  scheuert, also weil es ein Ekzemer ist ?

Es gibt ja bekanntlich Pferde, die allein wegen diesem Mangel gescheuert haben und irrtümlich für einen Sommerekzemer gehalten wurden, die also definitiv nach Ausgleich (Zinkzufütterung) dauerhaft aufgehört haben zu scheuern. Dann wieder hörte ich häufig, dass der Ausgleich zwar eine Besserung brachte, aber die Symptome nicht verschwanden und natürlich gibt es auch Berichte, nach denen gar keine Veränderung auftrat. Bei Nicky hat sich eine deutliche Veränderung gezeigt. Zu dem Zeitpunkt, als ich mit dieser Seite begonnen habe (Winter 2002), hatte die Saison 2003 noch nicht angefangen und ich wusste nicht, was kommen wird in diesem Jahr. Es ist jetzt Anfang Juli 2003 und Nicky ist völlig symptomfrei :-) Wie der Sommer weitergeht weiss ich nicht zu beantworten, aber ich bin guter Hoffnung.

Nach allen bisher zusammengetragenen Informationen gibt es für meine Frage kein “Entweder - Oder”, eher ein “Sowohl - Alsauch”. So gibt es Pferde, bei denen alleinig der Zinkmangel die Ursache des Juckreizes ist und eben auch Pferde, die zwar einen Zinkmangel haben, vorzugsweise Ekzemer, dieser aber nicht die Ursache des Juckreizes ist, sondern eher als eine Art weiteres Symptom zu sehen ist. Der Ekzemer hat in einem gewissen Maße einen Mehrbedarf an Zink, bedingt durch verschiedene Faktoren, da Zink in hohem Maße benötigt wird.

Hier einige Ausschnitte der Informationen zum Spurenelement Zink:

-Zink verhindert - regelmässig eingenommen , dass bestimmte Immunzellen als Antwort auf ein Allergen Botenstoffe aussenden, die ansonsten eine ganze Kaskade von Abwehrreaktionen in Gang setzen und so zu den bekannten Allergiesymptomen führen würden
- Nahezu alle Leistungen des körpereigenen Abwehrsystems werden von Zink massgeblich beeinflusst
- Hautveränderungen wie Rötungen und Pusteln, aber auch eine gestörte Wundheilung und Haarausfall gehören oft zu den ersten Anzeichen für einen Zinkmangel
- Die typischen allergischen und pseudoallergischen Erscheinungen auf der Haut oder den Schleimhäuten, zum Beispiel der Juckreiz, die Schwellung, die Schleimabsonderung, werden durch Histamin ausgelöst, einem Gewebshormon, das aus instabilen Mastzellen freigesetzt wird. Diese Histaminfreisetzung wird durch Zink gebremst. Die Mastzellen werden stabiler. Darum gilt Zink - in welcher Form auch immer - als wirksames Soforttherapeutikum bei allen allergischen Erkrankungen.
- Zink ist als Bestandteil der Carboanhydrase zudem das wichtigste Steuerinstrument unseres Säure-Basen-Haushaltes. Die Ausscheidung überschüssiger Säure über die Niere wird durch die Carboanhydrase erst möglich. Kann dieses Enzym nicht wirken, weil ihm das nötige Zink fehlt, oder weil es durch eine bestimmte Gruppe diuretischer Medikamente gehemmt wird, dann wird auch keine Säure ausgeschieden. Eines muss hier doch gesagt werden: keines der über
10 000 Enzyme in unserem Stoffwechsel kann optimal arbeiten, wenn es dort zu sauer wird. Und ohne Zink wird es sauer !

Ich hoffe mit dieser kurzen Zusammenfassung einen Einblick geben zu können, warum  Zink so wichtig für jeden Organismus ist. Wer jetzt aber denkt er könne einfach Zink zuführen und damit nichts falsch machen, den möchte ich an dieser Stelle warnen, denn Zink steht, wie alle Spurenelemente in engem Zusammenhang zu anderen Spurenelementen und insgesamt ergibt sich ein Gleichgewicht, das durch die Zuführung einzelner Spurenelemente an anderer Stelle aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. So findet sich Zinkmangel häufig gleichzeitig mit Kupferüberschuss, der Eisenwert bestimmt massgeblich die Aufnahme des zugeführten Zinks und auch Mangan kommt schnell aus dem Gleichgewicht, wenn Zink separat zugeführt wird. Ein aus dem Blutbefund gewonnener Wert muss in engem Zusammenhang mit anderen Werten betrachtet werden, darf nicht isoliert betrachtet werden und sollte auch nicht isoliert “behandelt” werden. Nun ist dem Pferdebesitzer der Tierarzt dabei leider in den seltensten Fällen eine wirkliche Hilfe, da all diese Zusammenhänge oft unberücksichtigt bleiben, obwohl sie im Grunde natürlich längst bekannt sind. So ist der Pferdebesitzer gefragt sich zu informieren, welches Mittel für das eigene Pferd sinnvoll erscheint, natürlich möglichst in Zusammenarbeit mit einem Fachmann, um eben nicht durch Unkenntnis den gesamten Spurenelementehaushalt empfindlich zu stören.

 

Drei Blutbilder in einem Zeitraum von Oktober 2002 bis April 2003 zeigten bei Nicky den immer gleichen, viel zu niedrigen Zinkwert an. Dafür kann es nun mehrere Möglichkeiten geben: Vielleicht konnte er das angebotene Zink nicht resorbieren ? Vielleicht ist der Mangel so gross, dass er trotz Zufütterung noch immer nicht ausgeglichen ist ? Für diese Theorie spricht der Aspekt, dass Zink entsprechend der erhöhten Zirkulation oft lange noch einen Mangel in den Körperflüssigkeiten zeigt. Vielleicht zeigt das Blutbild als Momentaufnahme unter dem Stress der Blutabnahme aber auch nicht die tatsächlichen Werte und Mängel an. Diese Fragen konnte ich bisher nicht beantworten, Fakt ist aber eben die deutliche Verbesserung seines Zustandes nach der Zinkzugabe.

Warum es so schwierig ist herauszufinden, ob Nicky das Zink nun resorbiert hat, oder er alles ungenutzt wieder ausgeschieden hat, soll folgende Auflistung der möglichen Ursachen einer Resorptionsstörung zeigen. Ausserdem kennt scheinbar leider niemand die üblichen Werte in Kot und Urin, so dass ich auch über diesen Weg nicht herausfinden kann, ob Nicky das Zink aufnimmt oder einfach wieder ausscheidet.

Beeinträchtigung der Aufnahme von Zink durch:
- Stress
- toxische Belastungen wie Pestizide, Schwermetalle
- chronische Darmentzündung
- Gleichzeitige Anwesenheit von Phytaten im Darm, speziell aus Getreide
- Gleichzeitige Aufnahme von Calcium, Eisen, Mangan, Selen und natürlich Kupfer
- Acrodermatitis
- Colitis ulcerosa
- Enteritis regionalis
- Stearrhöe mit Fettstühlen
- Zinkverluste durch die Abschuppung zinkreicher epithelialer Hautschichten bei Psoriatikern
- Zinkverluste über den Harn, z.B. wenn bei akuten oder chronischen Glomerolunephritiden vermehrt Zinkbindende Eiweiße zur Proteinurie beitragen
- akute Infektionen
- Verbrennungen oder Operationstraumen
- ein Zuviel an Calcium kann ebenfalls zu einer Resorptionsstörung im Darm führen, genauso wie ein Zuviel an Kupfer
- Kadmiumüberschuß
- Diabetes

Um allein abzugrenzen wovon vielleicht ein Zuviel vorliegt, müsste ich die genauen Werte der Futtermittel kennen, also Futteranalyse inkl. Heu, Gras und Stroh, das Trinkwasser (Brunnen) ist zu berücksichtigen, also Wasserprobe und -analyse, und um die Darmerkrankungen und die Tätigkeit der Rezeptoren zu berücksichtigen meinte mein TA müsse man schon eine Gewebeprobe des Darms nehmen. Fazit meines Tierarztes: Die Ursache kann man nicht finden, nicht ohne OP, Gewebeproben etc. und ob das lohnt bei einem so kleinen Pony ? Mit der Grösse meines Zwerges hat das nun wenig zu tun, aber im Grunde wird klar, warum ich hier erstmal nicht weiter diagnostizieren lassen möchte.

Ich versuche das eine oder andere auszuschliessen, werde weiterhin nach Anhaltspunkten suchen, um so einer möglichen Ursache und dem Zusammenhang zum Sommerekzem näher zu kommen. Mein Grundgedanke ist folgender: Wenn es Nicky jetzt besser geht, obwohl seine Werte auf dem Papier nicht besser sind, gibt es dann nicht auch vielleicht Pferde deren Werte OK sind, die aber trotzdem einen Zinkmangel haben und deshalb scheuern ???
Vielleicht ist bei Zink doch viel Wahrheit in der Aussage, dass man die Symptome betrachten muss und nicht die Werte auf dem Papier ?
Symptome hat Nicky keine, weder Hufe noch Fell/Haut/Haare oder sonstwas sichtbares, aber superschlechte Laborwerte.
So werde ich weiter Informationen zu diesem Thema sammeln und auf dieser Seite zur Verfügung stellen.

Neben Zink spielt beim Ekzemer auch Mangan, Magnesium, Kupfer und Selen eine grosse Rolle. Zum grössten Teil wegen der Zusammenhänge zu Zink und zum Teil, weil diesen Spurenelementen in verschiedenen Stoffwechselabläufen eine weitere besondere Bedeutung zukommt.