Gras und das Sommerekzem
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Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Sommerekzem ist die Weide, also genauer das Gras, somit das aufgenommene Eiweiss.
Die Erfahrungen zeigen deutlich, daß das Sommerekzem als Stoffwechselstörung in engem Zusammenhang zum bereitgestellten Futter steht. Dazu gehört speziell in den Sommermonaten natürlich die Weide.

Um den Stoffwechsel nicht bereits im Frühjahr schon enorm zu belasten, sollte ein Ekzemer gar nicht vor der Grasblüte auf die Weide gelassen werden. Das Gras ist bis zu dieser Zeit sehr eiweißhaltig, der Fruktangehalt spielt eine weitere wichtige Rolle. Nach der Blüte, also – je nach Wetter/Aufwuchs - in der Regel ca. Mitte Juni ist das Gras nicht mehr so “gefährlich” für den Ekzemer. Gras das im Frühjahr unbeweidet wachsen kann bis zur Blüte stellt das optimale Weidegras für den Ekzemer dar, also überständiges Gras nach der Blüte.

                

Die Menge Gras, die ein Ekzemer pro Tag fressen darf, sollte immer so knapp wie möglich gehalten werden, das gilt im Grunde für jede Grassorte und jeden Zeitpunkt in den Sommermonaten.

Ein Beispiel aus der Praxis: Simone hält ihre Pferde auf einer Portionsweide und hat bei Ihren leichtfuttrigen Pferden einen Ca.-Wert von 2 x 5 qm pro Pferd bei 24 h Weidehaltung ermittelt. Ihre Erfahrungen mit ihrem Ekzemer könnt ihr hier nachlesen.

Etwas zum Thema Portionsweide
(S. Bergmann/Duffy – Ekzempferdbesitzerin und fester Bestandteil der Ekzemergruppe bei Agrar.de):

Die Portionsweide ist eine der einfachsten Möglichkeiten, die Grasaufnahme zu kontrollieren.

Die Alternative hierzu wäre eine zeitlich begrenzte Weidezeit. Jedoch – wer hat schon die Zeit, ständig die Pferde hin- und her zu treiben.... Nachteil ist auch hier: Die Pferde fressen täglich immer nur DAS Gras, was am “leckersten” ist, d. h. nur das, was am “frischesten” ist -> das wiederum ist nicht gut für die Ekzemer. So bilden sich auf einer großen Weide viele Stellen, die von den Pferden überhaupt nicht angerührt werden und die einem dann über den Kopf wachsen und an anderen Stellen halten die Pferde das immer nachsprießende Gras schön kurz. Weiterer Nachteil ist auch noch die “Äppel-Suche” auf den immer höher werdenden Grasflächen, denn: Pferde machen (in der Regel) am liebsten im langen Gras.....

Es wird morgens und abends zugesteckt. Hierzu habe ich meine Weiden mittels Stromband in lange Streifen eingeteilt, damit der versetzbare Mobilzaun ohne Probleme weitergesteckt werden kann.

 An den langen Strombändern ist a) auch das Stromgerät befestigt und b) wird daran der Mobilzaun festgeknüpft, damit nicht auch das Stromgerät immer mitrücken muß. So dauert das Zustecken keine 5 Minuten morgens und 5 Minuten abends.

Wenn der zugesteckte Teil abgefressen ist, können die Pferde noch ein wenig an den Resten auf der Weide nibbeln. Somit sind sie beschäftigt, können sich auf der Weide bewegen und nehmen doch nicht mehr Gras auf, als Ihnen gut tut.

 

Weiterhin bekommen sie Stroh zu freien Verfügung in einer Raufe und (je nach Graszustand) mehr oder weniger Heu dazu.

Der abgefressene Teil der Portionsweide wird einmal wöchentlich wieder abgesteckt, nachgemäht und evtl. auch gedüngt, gekalkt, aber vor allem im Sommer bewässert.

Das Nachmähen ist besonders wichtig, da hiermit wirklich die letzten nicht-gefressenen Halme abgesägt werden, Maulwurfhaufen schön verteilt werden und das abgemähte Gras gleichzeitig guten Dünger darstellt. Hier ein Bild der Weide nachdem die Pferde drauf waren, ein Bild der “Verwüstung”

 

Auch die am Boden befindlichen Grassamen werden so noch schön “zerstreut”. (Außerdem wirkt das nachgemähte Stück beruhigend auf den Pferdebesitzer, denn an dieser Stelle der Weide herrscht nun wieder Ordnung auf den sonst mit Gras zugewucherten Flächen. ;o) ).
Hier ein Bild einer Weide, eine Woche nach Verlassen der Pferde, nachgemäht, gewässert und bereit nachzuwachsen:

Bestehen bleibt ein breiter Gang zum frisch Zugesteckten. Somit kann sich der Teil der Weide bereits wieder erholen und es wird verhindert, daß die Pferde zuviel nachwachsendes Gras aufnehmen können.

Natürlich finden Pferde saftiges, grünes Gras viel besser ;-), aber sie fressen auch das Heu am Stengel, wenn es nichts anderes gibt. Also nicht aufgeben, wenn die Pferde so tun, als müßte man Mitleid mit Ihnen haben. Letztlich kommt es Ihnen nur zu Gute.

Auch die Grassorten spielen beim Ekzemer eine Rolle. Das in Deutschland beliebte und weitverbreitete Weidelgras (Lolium Perenne) ist optimal für die Versorgung einer Hochleistungsmilchkuh, die durch ihren völlig anders gearteten Verdauungstrakt ihre Nahrung im Gegensatz zum Pferd fermentiert, nicht aber für Pferderassen, die ursprünglich aus kargen Gegenden stammen. Hier nun ein Beispiel dafür, welches Gras für Ekzemer ungeeignet ist:

Dieses Gras hat eine Überlastung des Stoffwechsels beim Pferd zur Folge, speziell das im Frühjahr hochschiessende Gras. Der gesamte Stoffwechsel ist überlastet, Spurenelemente und Mineralstoffe werden in hohem Maße verbraucht um dem Überangebot gerecht zu werden. Somit fehlen wichtige Spurenelemente wie Zink dem Körper für weitere Stoffwechselabläufe und zur Aufrechterhaltung des Immunsystems. Schafft es der Körper nicht mehr das Eiweiss zu verstoffwechseln droht eine Übersäuerung des Organismus, die Azidose (mehr zum Thema Azidose hier) .

Spricht man mit anderen Pferdebesitzern, so ist Ihnen der typische angeschwollene Kamm des SE-Pferdes bei nicht betroffenen Pferden auch bekannt als ein Anzeichen von zu gut gemeinter Fütterung. Abgesehen davon, daß der Kamm bei SE- Pferden durch die Histaminausschüttung als allergische Reaktion auf Insektenstiche anschwillt, ist an dieser Aussage auch beim Ekzemer etwas dran. Nur handelt es sich meist nicht um eingelagertes Fett, sondern um Stoffwechselprodukte, die der Organsimus erstmal in verschiedenen Ecken des Körpers ablegt, weil er sie derzeit nicht ausscheiden kann.

                  

Somit ist im Zusammenhang mit der Weidehaltung und dem anderen aufgenommenen Futter diese Schwellung von Bedeutung. Diese Einlagerungen und Schwellungen ziehen Insekten magisch an, somit schliesst sich jetzt schnell der Kreislauf. Nicht allein die Weidehaltung oder der Insektenschutz oder oder oder lassen auf eine Besserung des Ekzems hoffen, nur wenn möglichst viele Faktoren berücksichtigt werden können ist eine reelle Chance vorhanden das Ekzem in den Griff zu bekommen.

Die Tageszeit des Weidegangs spielt außerdem eine Rolle, speziell bei Pferden, die auf Insekten reagieren (ist nicht zwangsläufig bei jedem Pferd mit Juckreiz der Fall). Die Weidezeiten sollten ausserhalb der Hauptflugzeiten der Insekten liegen, somit von ca. 9 Uhr morgens bis ca. 17 Uhr abends oder nachts, wobei nur bei absoluter Dunkelheit davon auszugehen ist, daß keine Insekten mehr fliegen. In der Morgen- und Abenddämmerung sind die Insekten hochaktiv. Also sollte bei nächtlichem Weidegang daran gedacht werden, daß das Pferd Schutz vor den Insekten finden kann, wenn es nicht vor Tagesanbruch wieder aufgestallt werden kann. Offenstallhaltung hat sich in diesem Zusammenhang als vorteilhaft herausgestellt.

Mir ist durchaus klar, daß nicht jeder Pferdebesitzer in der Lage ist die Weidezeiten individuell zu gestalten und dabei noch auch auf die angebotenen Grassorten und Weidekräuter zu achten, geschweigedenn darauf den Pferden überständiges Gras anzubieten

Hilfestellung bei der Umsetzung und dem Verständnis des Problems bieten die Berichte von Duffy und Daimon hier im Bereich Erfahrungsberichte.