Duffy und das Sommerekzem
Duffy
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Dieser Bericht besteht aus reinen “Erfahrungswerten”, die ich von Sommer 1997 bis heute (März 2003) gemacht habe. Ich weise darauf hin, dass jeder Ekzemer aus einem “anderen” Grund scheuert und bei jedem hilft was anderes. Dieser Bericht soll nicht die Ursache des Ekzems klären sondern lediglich beschreiben, wie ich meinem Pony das Leben wieder erträglich gemacht habe.

Dieser Bericht darf gerne an Ekzemer-Besitzer weitergereicht werden, vielleicht bringt er den/die ein- oder andere/n auf neue Ideen.

Simone Bergmann                                               
                                                                                                

1992-1997

1997-1998

1999

2000

2001

2002

2003

Meine Erfahrungen

Fazit

Duffy und das "Sommerekzem"

Duffy, im März 2003 ca. 18 Jahre, "Ekzem" trat ca. 11-jährig auf

- Polen-Import (anderes Klima?)

- Gekauft im Juni 1992, ca. 6,5-jährig vom Händler

 

Juni 1992 – Oktober 1994
Haltung in diversen Pensions-Ställen, auch in Waldrandnähe, Weidegang von morgens bis abends (Gras (-Qualität) mal mehr mal weniger (gut)), Wiesen werden nicht geäppelt, nachts eingestallt, Futter: morgens und abends Heu und je ca. einen halben 5-Liter Eimer (Hafer/ Pellets/Reformhafer/Müsli.... halt, was gerade in Mode war), Reiten: regelmäßig und viel, da "Einzel-Pferd", Insekten sind mir nie groß aufgefallen (außer Bremsen im Sommer).

Oktober 1994
Duffy zieht zum Niederrhein, Offenstall hinterm Haus, Tag und Nacht draußen, direkt am Waldrand, viele Insekten, Weidegang nur stundenweise, da nicht viel Fläche vorhanden, dafür aber frisch eingesäht (mit "Turbogras": Pferdeweide Nachsaat)

Mai 1997 (Foto siehe nebenstehend)
In diesem Jahr wird Duffy zum ersten Mal Ekzem bekommen, man kann nicht sagen, dass sie a) zu fett ist oder b) schlecht aussieht. Man beachte den schönen Mähnenkamm, Duffys Mähne war bis dahin immer fast 80 cm lang mit Dauerwelle .

 

Oktober 1997 (Foto siehe nebenstehend)
(Duffy ist das Pferd im Hintergrund, ein anderes Bild habe ich leider nicht, da sie fortan immer so "hässlich" aussah.) Man kann, bei genauem Hinsehen, die Stoppelmähne erkennen, das vordere Pony Ben ist seinerzeit hochgradiger Ekzemer gewesen, so etwas hatte ich vorher noch nie gesehen, teil-weise bis aufs Blut wundgescheuert. Zeitweise wurde er mit Ökozon behandelt. Wie es ihm heute geht, muß ich mal rausfinden. An Sommerekzem dachte ich hier bei meinem Pferd noch nicht, denn Sommerekzem bekommen ja nur Isländer. ;o)

März 1998 (Foto siehe nebenstehend)
Die übriggebliebene Mähne aus 1997 wurde gleichmäßig kurz geschnitten, damit sie vernünftig nachwachsen kann.

 


 

September 1998 (Foto nebenstehend)
Man sieht wieder den "Rest der Mähne" und ansatzweise die "üblichen" Löcher im Fell. Noch immer habe ich nicht wirklich die Ahnung, was mein Pferd hat. Sie hat wahnsinnigen Juckreiz. (Auf dem Bild kratze ich ihr gerade den Widerrist mit einer Wurzelbürste.) Weidegang ist noch immer portioniert, allerdings teilweise das erwähnte Turbogras. Jedoch habe ich ab Sommer 1998 eine sehr große Wiese dazubekommen, auf der "altes" Gras ist. Damit meine ich alte Grassorten, die heute in keiner Weidemischung mehr zu finden sind. Diese "neue" Wiese wurde seit ca. 20 Jahren nicht neu eingesäht. Bilder zum Thema Gras folgen noch später in diesem Bericht.

Oktober 1998 (2 Fotos)
Leider habe ich in diesem Jahr kaum/keine Fotos von Duffy gemacht, da sie so unheimlich abgeschrubbt, unglücklich und krank aussah. Heute bedaure ich dies natürlich. Dies war Duffys schlimmstes Jahr. Wenn man genau hinsieht, kann man Löcher am Kopf erkennen, die Mähne war ratzekurz und abgeschrubbt, der Hintern war abgeschrubbt, sie hatte im gesamten Hals/Schulterbereich Löcher im Fell, ebenso am Hintern.... und ständig dieser Juck-reiz. Mein Pferd schmiß sich förmlich gegen die Wand und kratzte und kratzte... erste Ver-mutungen gingen Richtung Sommerekzem, aber das haben ja – eigentlich - nur Isländer. Bis da-hin machte ich auch noch nicht "viel", bekam von der Tierärztin ("Dein Pferd hat Sommerekzem.") Penochron zum schmieren und musste zusehen, wie ich damit fertig werde.

Vom Winter 1998 gibt es keine Fotos. Die Mähne wurde wieder geschnitten. Auch im Frühjahr 1999 habe ich keine Bilder gemacht. Ab Juni 1999 kam ich auf die geniale Idee mit dem Eindecken, da gemäß meiner TA "Sommerekzem eine allergische Reaktion auf Kriebelmücken" ist. (Mittlerweile weiß meine TA auch, dass Sommerekzem VIELE Ursachen haben kann. ;o) )

Juli 1999 (Foto nebenstehend)
Hier das Foto von meiner ersten Decken-Konstruktion. Diese Konstruktion trug sie von mittags bis nachts in Ihrer Box mit Paddock. Nachts kam die Decke dann runter und es ging wieder auf die Wiese. Die blaue Decke (UV-Strahlenschutzdecke) ist von Krämer. Das Halsteil ist aus normaler "Fliegendecke" mit eingenähtem Stoff im Mähnenbereich. Die Konstruktion hat zwar nicht soooo lange die Scheuerei ausgehalten, aber immerhin war’s nicht schlecht für’s erste. Ohne Halsteil kann das Pferd damit zur Bremsenzeit wunderbar auf der Weide laufen. Mit Halsteil wäre es zu gefährlich. Die Decke sitzt einfach super dank diverser Verschnallungen. Ich war von dieser Decke so begeistert, ich habe diese für alle meine Pferde zum Schutz gegen Bremsen gekauft. Die Decken gehen bei mir jetzt ins 5. Jahr (!!!!) und mussten nicht/kaum repariert werden! (Kosten damals ca. 99 DM pro Stück.) Das Material der Decke ist super robust und man kann die Decke bei 60 ° in der Waschmaschine waschen.

In diesem Jahr machte ich auch die Ökozon-Behandlung – mit wenig/keinem Erfolg trotz haargenauer Gebrauchs-Anweisung.

September 1999 (Foto nebenstehend)
Hier noch eine andere Variante zum abendlichen Eindecken: Fleece -Abschwitz-decke.

 

 

September 1999 (Foto nebenstehend)
Die Mähne ist zwar wieder kurz, doch dank abendlicher Eindeckungen sieht das Pferd insgesamt vom Fell her viel besser aus, die "Löcher" im Fell sind weg. Die Weide gab es immer noch portioniert, teilweise Turbogras, teilweise altes Gras. Das Reiten insgesamt fällt etwas magerer aus, da ein zweites und drittes Pferd hinzugekommen sind.

 

Mitte September 1999
Dank Decke vom Ekzem nicht viel zu sehen am Hinterteil.

 

Im Frühjahr 2000 machte ich keine Fotos. Mittlerweile kam ich auf die Idee mit der Eiweiß-/Grasreduzierung, d. h. ich fütterte nur noch altes langes Gras (1 m hoch) oder es gab abgenagte Weide = Steppe ;o). Heu gibt es in kleinen Portionen und Stroh ist immer zu freien Verfügung. Weiterhin gab ich über einen längeren Zeitraum Natrium-bicarbonat zum Entsäuern. Wenn ein Pferd säuerlich "stinkt" (besonders nach Regen oder mehrfach gebrauchte Satteldecken) und nicht nach Pferd duftet, ist es meistens übersäuert. (Mehr dazu auf E-Mail-Anfrage.) Duffy stank jedenfalls zeitweise und mit Natriumbicarbonat (gibt’s in der Apotheke und kostet höchstens ca. 10 DM das Kilo) habe ich den Gestank wegbekommen.

Juli 2000 (Foto nebenstehend)
Das Ekzem lässt auf sich warten. Behandlung zu dieser Zeit: Runter vom Kraftfutter, altes, langes Gras 2 x am Tag (morgens und nachts, ca. 5 qm pro Pferd), ansonsten "Steppenweide", Stroh zur freien Verfügung und abends etwas Heu und Kraftfutter (ca. ½ Kelle). Erkenntnis: Waaaaas? Mit sooo wenig Futter kann ein Pferd auskommen???? Ab ca. 18.00 Uhr bis zum Dunkelwerden eindecken. Nachts, ca. 23.00 Uhr – 01 .00 Uhr Decken runter, einschmieren mit irgendwas und eine ordentliche Dröhnung Zedan drüber. Offenstall steht – keine Frage – zur uneingeschränkten Verfügung. Ich beobachtete, dass sich das Duffeltier freiwillig bei Sonnenaufgang dort unterstellt.

September 2000 (Foto nebenstehend)
Dies ist nun (bis heute) die abendliche Verkleidung meines Pferdes. Dieses ist die Insektenschutzdecke von Kraemer. Mit dieser Decke sollte ein Pferd sich aber nicht "frei" auf dem Gelände bewegen, da es mit dem Halsteil irgendwo hängen bleiben kann. Außerdem kann das Pferd mit dem Halsteil den Kopf nicht gut hinunternehmen. Ist also nur was für "Box mit Paddock". Die Decke kostet ca. 199 DM, gibt’s aber ab und zu im Angebot mit Ohrenhäubchen und Fliegenmaske für die Augen. Die Fliegenmaske, leider hier nicht auf dem Bild, ist DER ABSOLUTE HAMMER und die kann ich wärmstens für alle Pferde (Ekzemer oder nicht) gegen die Fliegen empfehlen, da sie ohne Halfter getragen werden kann. Einfach mal im Krämer-Katalog nach der Fliegenmaske in dieser Stoff-Farbe gucken!!!!!

September 2000 (Foto unten)
Ein Blick auf einen kleinen Teil meiner Anlage vom Wohnzimmer-Fenster aus. Die Wiese ganz links wird zur Zeit beweidet. Man erkennt den Mobilzaun, der täglich 2 x einen Meter weitergesteckt wird für 3 Pferde (Zeitaufwand pro Weiterstecken keine 3 Minuten!), d. h. pro Pferd 5 qm. Ansonsten gibt’s nur Steppenweide (wo die beiden Pferde gerade stehen). Alle meine Weiden habe ich in "Streifen" eingeteilt, damit meine Pferde, trotz "kleiner" Wiesen, immer lange Strecken zu rennen haben . Auch der Einfachheit halber wegen dem Mobilzaun eignen sich gerade, lange Stücke am besten, damit man nicht dauernd den Mobilzaun verlängern oder verkürzen muß. Man kann auch rechts unten im Bild die Kiste erkennen, worin sich immer Stroh befindet. (Mittlerweile habe ich hier eine richtige Rundraufe stehen! Auch eine Rundraufe kann ich nur jedem dringend empfehlen!!!!!) Die ersten beiden Eingänge links am Stall, das ist der "Offenstall", in dem die Pferde sich jederzeit bei Bedarf unterstellen können, die anderen beiden Eingänge sind 2 Paddockboxen. In der ganz rechten wird Duffy abends immer deponiert. :o) Irgendwann im Jahr 1999 oder 2000 bekam ich für meine Anlage von der LAG 2 Sterne, allerdings weiß ich heute, dass ich "diese" Bestätigung nicht mehr brauche. Die LAG konnte mir auch keine Verbesserungsvorschläge mehr machen... :o).

Oktober 2000 (2 Fotos, unten und nebenstehend)
So "beendeten" wir die Saison 2000. Immerhin konnte ich die Hälfte der Mähne retten. (Diesen Teil der Mähne hat Duffy übrigens bis heute (März 2003) noch!!!!)


1. April 2001 (2 Fotos, unten u. nebenstehend)
Ekzembeginn! So geht’s in die neue Saison. Das längere Stück Mähne habe ich etwas gerade geschnitten.

22. Mai 2001 (Foto nebenstehend)
Während der Saison. Bisher sind die Haare in der Mähne nur etwas ausgedünnt. Die Pferde bekommen zum Anweiden ETWAS Gras.... das Gras ist noch nicht lang genug, um sie Tag und Nacht drauf zu lassen, Steppenweide ist noch nicht vorhanden, die gibt es erst ca. Mitte Juni.

 

 

6. Juni 2001 (2 Fotos)
Einen Ekzemer erkennt man (noch) nicht. Ich passe mehr denn je auf, dass mein Pony nicht zuviel Gras erhält.

Klappt man die Mähne hoch, sieht man ein bisschen was....

16. Juli 2001 (Foto nebenstehend)
Der Schweif ist unangetastet...

Ende August 2001 (Foto unten)
Kurz vor dem Start eines 5-tätigen Wanderrittes in der Veluwe. Noch immer ist nicht wirklich ein Ekzemer erkennbar......

Eine unserer aller-wichtigst en "An-schaffun gen" im Kampf gegen Insekten war im Herbst 2001: Plastik-Vorhänge vor den Offenstall-Eingängen. So konnten meine Pferde sich noch besser vor lästigen Insekten (Kriebeln wie Bremsen) schützen! Ich empfehle hier die Plastikstreifen von der Fa. Westfalia. Sind nicht zu teuer und erfüllen sehr gut ihren Zweck. Weitere Infos per Mail.

 

Ende der Saison 2001
Leider habe ich keine Fotos gemacht. Ein paar Haare hat mein Pony sicherlich gelassen, auch im Frühjahr 2002 habe ich leider keine Bilder gemacht.

Im Jahr 2002 habe ich meinen Blick noch mehr auf die Weiden gelegt. Seit der Saison 2002 habe ich mein Pony EXTRA nur noch auf die Wiese mit den "alten" Grassorten gelassen. Sie kam NICHT mehr auf das Turbogras (Weiden mit "Pferdeweide-Nachsaat"). Das mussten die anderen Pferde abfressen.

Auch habe ich im Jahr 2002 viel weniger eingedeckt als die Jahre zuvor. Es gab Tage, da hat Duffy die Decke vielleicht abends 3 Stunden draufgehabt. Geschmiert wurde nachts, wenn die Decke abkam, immer mit Babymilch, da drüber gabs eine Dröhnung Zedan und dann wieder ab auf die Wiese. Morgens stellte sie sich selber im Offenstall unter. Morgens gabs wieder Gras, danach Steppenwiese. Stroh zur freien Verfügung. Abends Heu im Stall und Kraftfutter, dann wieder Decke.... so war der Tagesablauf von April bis ca. September 2002.

Hier ein Foto aus Juni 2002:

Wo ist der Ekzemer??? ;o)

 


Leider konnte ich aus beruflichen Gründen ab ca. Oktober 2002 die oben erwähnte "Ekzem-Behandlung" absolut nicht mehr wahrnehmen! Ich habe ab dieser Zeit das Duffeltier WEDER GESCHMIERT, NOCH BESPRÜHT, NOCH ABENDS WEGGESPERRT ODER EINGEDECKT. Das einzige, was ich "beibehalten" konnte, war die "knappe" Weidehaltung, d. h. altes Gras füttern. Ich ließ das Duffeltier einfach mit den anderen Pferden seit ca. Oktober frei laufen, ohne mich um das Ekzem zu kümmern. Sie hatte zwar nicht viel Juckreiz (sie sah definitiv (!) nicht leidend aus, ich habe sie auch nie scheuern sehen), aber dennoch verlor sie ein paar Haare. Ich hatte einfach zu dem Zeitpunkt andere Sorgen. Ansonsten, so glaube ich, hätte ich im Jahr 2002 die komplette Mähne erhalten können – mit dem wenigsten "Aufwand", weniger Aufwand wie in den Jahren zuvor. Der Schweif war bis zum Ende des Jahres 2002 unangetastet. Es gab vielleicht mal ein paar abgebrochene Haare....

Generell muß ich nochmals betonen, dass ich Duffy SELTEN bis NIE habe scheuern sehen!!!!! Und das, obwohl ich aus jedem Fenster meines Hauses mein Pony beobachten kann.

Leider habe ich die "letzten" Bilder aus der Saison 2002 nicht mehr als Datei. Sie sah da – ungefähr – so aus wie die von Oktober 2000, nur viel viel viel besser und das Stück "Restmähne" war viel länger. Kann man sich in etwa vorstellen, wenn man sich nachfolgendes aktuelles Bild aus März 2003 ansieht (sorry, habe sie jetzt nicht geputzt... ;o) )

Meine "Erfahrungen".....

... zum Thema Einschmieren:
Ich habe in den ganzen Jahren alles mögliche ausprobiert: Ökozon (exakt nach Anweisung in 1999), AE-Emulsion, Teebaum-/Babyöl-Mischungen, Schwarzkümmel-Öl, Melkfett und weiß der Geier was noch. Alles mit nur "mäßigem Erfolg". Einschmieren lindert vielleicht ein bisschen den Juckreiz oder das "Haare -Abbrechen", bekämpft aber nicht die Ursache des Ekzems.

... zum Thema Fütterung:
Ich habe diverse Futtermittel ausprobiert: Hesta-Mix (über ein Jahr oder länger), Mineralfutter Nutripferd etc. Ich weiß nicht, ob diese Futtermittel geholfen haben, ich konnte keine (gravierenden) Besserungen entdecken. Im Jahr 2000 bis Mitte 2002 bekam Duffy als Kraftfutter eine viertel Kelle Marstall E. Und verschiedene Mineralfutter. (Reformin, Marstall-Force, Neukönigsförder Mineraltabletten etc.) Seit 2002 bekommt sie ganzen Hafer und verschiedene Mineralfutter (letztere mit kleinen Pausen dazwischen, wenn mal ein Eimer leer ist).

... zum Thema Blutbilder:
Mein Pferd hat vor- und während der Ekzemsaison keine auffälligen Blutbilder gehabt. Unser "neuestes" Blutbild ist von Februar 2003 – ohne nennenswerte auffälligen Werte! Leber und Co. ---> alles im grünen Bereich. Das heißt für mich: Meine Fütterung/Diäthaltung ist o.k. für mein Pferd.

... zum Thema andere Krankheiten:
Als ich Duffy gekauft habe, hatte sie einen sog. "Transporthusten", der kurz vorm "Chronisch-Werden" war, weil ewig lange verschleppt. Über 1000 DM habe ich in Medikamente gesteckt, bis jemand (natürlich nicht der seinerzeitige TA) mir sagte, ich solle mal Heu naßmachen. Von einem Tag auf den anderen hörte der Husten auf. Sie bekam ca. 1 Jahr nasses Heu. Fortan dann nur noch Trockenes und sie hat in den letzten 10 Jahren nicht einmal mehr gehustet... wir haben also gerade noch die "Kurve" gekriegt.

Dann hatte sie mal kurz Mauke, hatten alle Pferde an diesem Stall. Nichts gravierendes.

Mein Pferd war von ca. Juni 1994 bis Oktober 1994 sehr krank. Sie hatte einen Pilz im Darm, an dem sie fast Hops gegangen wäre. Dieser wurde mit diversen, teils homöopathischen Mitteln erfolgreich bekämpft. Von daher habe ich den Darm meines Pferdes in regelmäßigen Abständen unter Aufsicht, d. h. Kotuntersuchungen auf Pilze, Bakterien und Parasiten. Darmsanierungen mache ich ca. alle 1,5 – 2 Jahre mit Autonosoden, Joghurt-Kuren oder Milchzucker. Manchmal auch Kanne Fermentgetreide.

Im Jahr 2000 (Ende 1999 ??? – muß ich noch mal nachsehen) hatte sie eine Hornhautverletzung am rechten Auge, wodurch sie leider auf dieser Seite blind geworden ist. Auf der anderen Seite sieht sie schlecht, bräuchte sozusagen eine Brille ;o). (Sie kann aber immer noch ein Modderloch in 100 m Entfernung sehen und ausweichen... :o) )

Ansonsten gab es nie irgendwelche Krankheiten bei Duffy, die in irgendeiner Form mit dem Ausbruch des Ekzems zu tun haben könnten.

... zum Thema Pflege:
In der gesamten Ekzem-Zeit von Frühjahr bis Herbst kämme ich die Mähne meines Pferdes nur, wenn es unbedingt sein muß (evtl. vor Turnier). Ansonsten sieht sie die ganze Zeit keine Bürste, damit nicht noch mehr Haare ausgerissen werden. (Evtl. nur oberste Dreckschicht-Entfernung mit Wurzelbürste vorm Reiten.) Bei der abendlichen Ekzem-Pflege werden die Haare auf die andere Seite gekippt und ich massiere mit einem Plastikstriegel ganz vorsichtig den Mähnenkamm, um evtl. Schuppen zu lösen, aber keine Haare auszureißen. Waschen tu ich die Mähne in der ganzen Saison höchstens 3 – 4 Mal (evtl. vor Turnier), da ich mit dem Shampoo nicht die "Haut-/Fettschicht" zerstören will, die sowieso schon sehr stark belastet ist. Da ich keine Öle benutze sondern nur Babymilch (Penaten/Bübchen) oder Hautmilch von Aldi, die schön einzieht, habe ich keinen Schmierfilm auf dem Pferd, der den Dreck anzieht. Auch durch die eventuelle abendliche Zedan-Dröhnung ist die Haut genug belastet, da muß ich nicht noch waschen. Gelegentlicher Regen reinigt mein Pferd.

... zum Thema Weide:
Ich denke und bin mir sogar sehr sicher, dass es besser ist, Pferde erst ab Juni auf die Wiesen zu lassen und nicht schon ab Mai wie Milchkühe!!! So lassen sich Koliken, Rehe, (Sommerekzem?) etc. vermeiden! Ich vertrete ganz heftig die Meinung, dass Pferde, besonders die robusten Rassen, im Mai auf einer Wiese (stundenlang) noch nichts zu suchen haben. Wer bisher damit keine Probleme hatte, hatte einfach bisher nur Glück!!! Siehe hierzu auch diverse Artikel zum Thema Gras in der Cavallo. (Kann ich gerne auf Wunsch nachreichen.)

Zur Veranschaulichung hier mal 2 Bilder. Das erste ist ein Bild von der Wiese mit den "alten" Grassorten, mit denen mein Ekzemer super zurecht kommt. Die linke Seite auf dem Bild war schon mal abgefressen und ist nachgewachsen, wenn das Gras so lang (während, besser NACH der Blüte) ist wie auf der rechten Seite, DANN erst lasse ich meinen Ekzemer auf die Wiese.

Auf dem nachfolgenden Bild seht Ihr das blühende "Turbogras", d. h. eine Wiese, die mit Pferdeweide-Nachsaat eingesäht wurde. Viel zu gut für robuste Ponys. Weiterhin ist auch zu viel Klee darauf! Auf dieses Gras lasse ich mein Ekzemer -Pony nicht mehr, nur noch die anderen Pferde und die auch nur stundenweise !!!!!!!!!

... zum Thema Weidepflege:
Natürlich sind meine Weiden durch die extreme Beanspruchung (Abnagerei und Plattreten) nach der Beweidung ziemlich mitgenommen. Da meine Pferde aber erst während/nach der Blüte auf das Gras kommen, haben sich die Samen der Gräser bereits schon in den Boden gedrückt. Man kann gar nicht so schnell gucken , wie das Gras dort – sobald die Ponys von der Wiese sind – nachwächst. Ohne, dass ich nachsähen muß!

Übrigens wird bei uns morgens und abends (mindestens) geäppelt!!! Es sind definitiv keine Geilstellen auf meinen Weiden vorhanden. Durch die Portionierung fressen die Pferde wirklich ALLES ab, auch Grassorten, die vielleicht nicht so lecker sind.

Evtl. doch übriggebliebene Halme etc. mähe ich nach der Beweidung mit dem Rasenmäher nach. Evtl. Pflanzen, die die Pferde nicht fressen, rupfe ich raus. Es sind aber kaum bis keine solcher Pflanzen da.

Ist der Sommer sehr heiß, wird die Wiese gesprengt. Eine Düngung mit Stickstoffdünger habe ich seit ca. 2 – 3 Jahren komplett eingestellt. Es kommt höchstens Kalk oder Thomaskali auf die Wiese, um die Bodenqualität zu verbessern, nicht aber um das Gras in die Höhe zu treiben.

In der Regel hat eine Wiese bei mir ca. ein halbes Jahr Zeit, um wieder nachzuwachsen, bis die Pferde noch einmal darauf kommen. Die Wiesen regenerieren sich in dieser Zeit vollständig, Löcher wachsen zu etc.

Diverse Vorurteile, die ich mir schon anhören musste, dass durch den starken Verbiß "Unkräuter" etc. wuchern würden, kann ich nicht bestätigen. Ich kann eher sagen, dadurch, dass kein Stickstoffdünger mehr drauf kommt, kommen andere hübsche Pflanzen, die dort vorher nicht waren, zum Vorschein: Beispielsweise fand ich letztes Jahr plötzlich auf meiner Wiese ca. 1 qm Gänseblümchen.... :o)) – keine Ahnung, wo die auf einmal herkamen....

Natürlich sind meine Wiesen nicht so ertragreich, als wenn ich sie mit Stickstoffdünger hochpowern würde, aber ich füttere ja Heu bei. Meine Pferde müssen nicht von der Wiese "leben", ich muß aus den Wiesen nicht das "letzte" herausholen. Wer weiß denn, wie sich der Stickstoffdünger, der sich – vielleicht – dann im Gras befindet und den meine Pferde fressen würden, auf die Pferdegesundheit (Ekzem) auswirkt????? Nur mal so als Anregung.

Nochmal mein abschließendes Fazit, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:

Wo das Ekzem bei meiner Stute genau herkam, weiß ich bis heute nicht 100 %ig. Wenn Pilz und Parasiten ausgeschlossen werden können, bleibt als Ursache die allergische Reaktion auf Insekten, speziell Kriebeln, Übersäuerung und/oder "falsche", meist zu gute (!) Fütterung ---> daraus resultierend Stoffwechselprobleme. Manche Pferde haben auch "einfach" nur Zinkmangel oder ähnliches.... es gibt so viele Möglichkeiten.

Aufgrund meiner täglichen, peniblen Beobachtung weiß ich, dass bei meinem Pferd in der Hauptsache die Grasreduzierung bzw. Steppenhaltung dazu beigetragen hat, dass es nicht mehr leidet!

Im Jahr 2002 habe ich so wenig gegen das Ekzem getan, wie in den letzten Jahren nicht. Reduziertes Gras nur noch von den "alten" Sorten, kein Turbogras mehr, Grashöhe ca. 1 m, bevor die Pferde auf die Wiese kommen, wird 1 x täglich und 1 x nachts zugesteckt. Wenn das Gras aufgefressen ist, ist immer noch Steppengras zum nuckeln da. Heu gibt es abends, Stroh ist zur freien Verfügung. Abends gibt es auch Kraftfutter – mittlerweile (seit August 2002) bin ich auf ganzen Hafer (1/2 Kelle ohne Arbeit) umgestiegen mit wechselnden Mineralfuttern. Sonst gibt es NICHTS dabei an diversen teuren Zusatzfuttermitteln. Außer vielleicht Möhren und Äpfel. Ein Auslauf befindet sich unter großen, alten Bäumen. Von dort fällt auch immer mal ein Zweig oder ein Blatt runter, den die Pferde verspeisen.

-----> Mein Pferd ist auf diese Weise rund um die Uhr in Bewegung/auf Futtersuche/am Fressen. Dies kommt einer natürlichen, artgerechten Haltung am nächsten. Sie steht nicht "gelangweilt" und hungrig auf dem Auslauf rum, nur weil sie auf "Diät" ist!!!!!!!! Das, was sie frisst, ist halt eiweißarm.

Die Decke kommt in der Saison jetzt nur noch für 2 – 3 Stunden abends drauf, nachts wieder runter. Dann wird mit Babymilch (KEIN ÖL!!!) geschmiert oder Hautlotion von Aldi. Dazu gibt es eine ordentliche Dröhnung Zedan, die bis morgens noch anhält. Ansonsten kann mein Pferd sich (außer in den Abendstunden) frei und "NACKT" bewegen – trotz Insekten, in direkter Waldrandlage. Und Kriebeln haben wir hier, das ist schon nicht mehr feierlich. (Selbst ich kann abends nicht ohne Baseballmütze raus, sonst juckts überall!) Das "teuerste" an meinem Ekzemer ist Zedan – der 5 Liter-Kanister hält allerdings 1,5 Sommer (= 1,5 Jahre) und kostet ca. 175 DM. Damit kann man Leben. Die Hautmilch kostet einen Witz und ich brauche ca. in einer Saison 6 Flaschen, ich schmiere auch nur den Mähnenkamm und die Schweifrübe oben ein. Und schon mal die Bauchnaht. Milch deswegen, weil es schön einzieht und nicht klebt und Dreck anzieht wie Öl.

Ein ganz wichtiger Tip noch für Eure Ekzem-Forschung: Probiert nie 2 Dinge gleichzeitig aus! Sonst wisst Ihr hinterher nicht, was geholfen hat.

Und falls jemand die Geschichte mit der Weide nachmachen möchte, bzw. falls jemand sehen möchte, ob sein Pferd auch auf Gras reagiert bzw. es ohne Gras "besser" hat: Das geht nicht in ein bis zwei Monaten.... diese Geschichte muß man über einen sehr langen Zeitraum ausprobieren, ein Jahr bis 1,5 mindestens....

Ich weiß bis heute nicht, ob mein Pferd nun auf Kriebeln reagierte oder auf Gras. Fakt ist: Seitdem ich sie nicht mehr auf Turbo-Gras stelle, geht es Ihr eindeutig besser. (Wir hatten früher mal Situationen, die liefen wie folgt ab: Pferd 10 Minuten auf Turbo-Gras, sofort zum Stall gerannt und kratzen... das gibt es heute nicht mehr.)

Freuen wir uns auf die Saison 2003 (oder auch nicht) – es kann aber nur besser werden.

Für Anregungen, Kritik etc. – per Mail - bin ich natürlich dankbar.

Man findet übrigens nette Leute, die einem beim Ekzem gerne behilflich sind, unter:

www.agrar.de/pferde/forum - dann unter Fell und Haar – und dann unter Sommerekzem

Wir freuen uns (leider ;o) ) über jeden neuen "Ekzempferde-Besitzer".

Simone Bergmann

Duffy.bergmann@gmx.de